Silberweiß

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Schon seit einiger Zeit hatte ich dieses Bild im Kopf: sehr helle Haut, weiße Wimpern und weiße Augenbrauen. Einerseits ein bisschen gruselig, andererseits sehr interessant. Ich machte also sofort einen kleinen Test, indem ich Wimpern und Augenbrauen mit Faschingsschminke einkleisterte und ein Handyfoto davon schoss. Es war unglaublich wie sich mein Gesicht dadurch veränderte. Meine doch recht hellen, blauen Augen, wurden auf einmal richtig dunkel und wirkten noch viel runder als sonst. Ich war begeistert!

Wochenlang kam ich nicht zur Umsetzung meiner Idee und entwickelte sie dadurch ein wenig weiter. Ich wollte weiße Haare! Nach ein bisschen Recherche und einem Test mit weißem Faschings-Haarspray, was leider furchtbar aussah, habe ich mich für eine Perücke entschieden. Mit allen anderen (nicht dauerhaften) Methoden hätte ich die Farbe nie so einheitlich hinbekommen.

Da mittlerweile Frühling war und überall Blümchen blühen, dachte ich mir „heeeeeyyyy…. Blumen!“ Sie geben dem ganzen Bild die Struktur, die bisher gefehlt hat. Erst wollte ich ein Oberteil mit viel Spitze anziehen, um das Bild interessanter zu machen, doch Blumen erschienen mir besser geeignet. Außerdem wollte ich schon immer mal was mit Kopfschmuck machen. 🙂

Endlich kam der Tag, an dem ich die Zeit und alles an Material hatte, was ich mir lange mühsam zusammengesucht habe (transparenter Mascara, weißer Kajal, weiße Theaterschminke, weißes Haarspray für die Ansätze, Perücke, Blumen, Haarschmuck, schwarze Farbe, weißer Nagellack, den ich dann doch nicht verwendet habe, transparente Haarspangen, Babypuder, etc.). Ich verbrachte also eine Stunde damit mein Gesicht, Hals und Ohren weiß zu kriegen, was besonders in den Augenbrauen gar nicht mal so gut aussah. Ich sprühte mir den Haaransatz weiß und stellte fest, dass ich dadurch lauter weiße Punkte im Gesicht bekam. Also alles nochmal von vorn. Durch die weiße Farbe und das Puder bekam ich furchtbar trockene Lippen, wogegen auch nichts mehr geholfen hat.

Das Fotografieren an sich, hat gar nicht so lang gedauert. Leider hat meine Haut die Zukleisterung auch nicht so gut vertragen und wurde rot, was durch die Kombination mit weißer Schminke zu vielen Flecken führte. Auch setzte sich alles in den Poren fest, sodass man die ziemlich stark auf den Bildern sieht.
Die Idee mit der schwarzen Farbe, als Kontrast, hatte ich erst während des Shootings. Das hat mir auch schön mein Oberteil versaut, als es heruntergetropft ist. 🙂 Die weißen Fotos mit Blümchen wirkten auf mich sehr glatt und zu „perfekt“. Da die Welt aber nun mal kein Ponyhof ist, kam die schwarze Farbe als Störfaktor dazu, um diese Harmonie aufzuheben.
In der Nachbearbeitung habe ich die unnatürlichen Effekte noch ein bisschen verstärkt, die Haut noch unrealistischer geglättet und mit dodge & burn die Gesichtsform hervorgehoben, dass es ein bisschen surreal und künstlich aussieht.

Ich finde es faszinierend, wie anders ich auf diesen Bildern aussehe und was so ein bisschen Frisur und helle Gesichtsbehaarung so ausmacht. Es war ein tolles Experiment. 🙂

 

Durch den Regen mit Elli

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Kurz vor Ostern planten Elli und ich ein Fotoshooting. Da wir beide unsere Eltern in derselben Stadt besucht haben, passte das schon ganz gut. Leider hatten wir ein kleines Terminproblem, wodurch wir den einzigen Tag erwischt haben, an dem es von morgens bis abends geregnet hat. Wir sahen es als Herausforderung und legten trotzdem los. Zum Glück hat sie Dreads, denn so klatschen die Haare nicht triefend ins Gesicht.

Auf den Bildern sieht man den Regen kaum bis gar nicht, doch wir waren ziemlich schnell ziemlich nass. Meine Assistentin kam direkt in den Bundeswehrklamotten ihres Freundes und hatte damit eindeutig das beste Outfit für dieses Wetter. Ich fand es super wie gut beide durchgehalten haben und möchte mich an dieser Stelle nochmal bei ihnen bedanken! Es war ein wirklich toller Nachmittag, bei dem ganz andere Bilder entstanden sind, als ich bisher gemacht habe.

Aus gegebenem Anlass (ein paar Hautunreinheiten und viele Regentropfen) hab ich mich mal an einer etwas aufwändigeren Hautretusche versucht, die auch ganz gut zum Bildstil passt. Finde ich…

Die „Schwebebilder“ im Wald waren ein Experiment, das in meinem Kopf ziemlich cool aussah. Die Umsetzung war dann doch nicht so ganz wie ich mir das vorgestellt habe. Wir haben einen relativ schwierigen Versuchsaufbau gestartet und hätten sicherlich dasselbe Ergebnis bekommen, wenn sie sich einfach auf den Waldboden gestellt hätte. Na ja, nächstes Mal sind wir schlauer! 😀

Elli und ich finden, dass die Bilder sehr schön geworden sind. Das ist schließlich die Hauptsache!

…Wer auch so schöne Dreads haben möchte, sollte mal bei poppydreads.de vorbeischauen. 😉