Das große Krabbeln

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Vor ein paar Tagen stürzte ich mich todesmutig in den Ameisenhaufen ganz hinten, am letzten Ende des Hofs meiner Eltern. Ich war mir nicht sicher welche Schutzmaßnahmen ich ergreifen sollte um nicht mit Bissen von kleinen Monstern übersät zu werden und entschied mich somit… für keine. Mit Mini-Stativ, Kamera, Reflektor, einem gammligen Apfel und in Turnschuhen machte ich mich auf um ein paar kleine Ameisen zu porträtieren.

Vor ein paar Wochen habe ich genau das schon einmal probiert, allerdings völlig unvorbereitet und mit einem 40mm-Makro-Objektiv, mit dem man, wegen der kurzen Brennweite, quasi IN die Ameise eintauchen musste (na ja, zumindest saß sie am Ende fast auf der Linse und ich glaube, ich hab sie auch öfter angeditscht). Die zwei Bilder, die damals scharf und ganz gut geworden sind, haben mir nicht gereicht. Ich wollte meine Herangehensweise optimieren und habe mich dieses Mal besser vorbereitet.

Es war ein sonniger Tag (ich hatte schon meinen ersten Sonnenbrand), was mich natürlich einerseits freute, da ich viel Licht hatte, aber auch wieder ärgerte, da ich viel Schatten hatte. Da Ameisen so winzig sind und man bei Makro-Fotos sowieso eher ausgewogenes Licht benutzen sollte, kann man unnötige Schatten nicht wirklich gebrauchen. Ich baute also meinen Faltreflektor auseinander und benutze nur den weißen Innenteil um das Sonnenlicht etwas abzudämpfen und allzu starke Schatten zu vermeiden.

Um die Ameisen, die ja naturgemäß ziemlich schnell durch die Gegend flitzen, etwas zu beruhigen, legte ich den Apfel an den Rand ihres Haufens und hoffte sie somit ein bisschen anfüttern zu können, was auch wirklich gut funktionierte. Sie wurden richtig zahm und saßen auch gern mal ein paar Sekunden still, guckten mich an und schlürften an einigen Stellen den Saft aus dem Apfel. Ich habe im Nachhinein noch den Tipp bekommen, beim nächsten Mal Zuckerwasser zu benutzen, was wahrscheinlich auch besser aussieht als das zarte Braun des Apfels. 🙂

Nach ein paar Testfotos, die irgendwie noch nicht so ganz das waren, was ich mir vorgestellt habe, änderte ich meine Strategie. Statt die Sonne zu verdunkeln, versuchte ich den Rest des Bildes aufzuhellen. Ich hielt den Reflektor also zwischen Objektiv und Blitz und nutze ihn somit als Diffusor für den Kamerablitz. Das gefiel mir schon viel besser. So hatte ich zwar Spiegelungen auf dem Apfel, aber ich konnte eine kleine Blende benutzen, musste den ISO nicht ganz so hoch drehen und konnte die Belichtungszeit recht kurz halten um auch scharfe Bilder zu bekommen (auch fressende Ameisen sind keine kooperativen Models). Durch mein kleines Stativ konnte ich meine sperrige Konstruktion etwas stützen und schaffte es tatsächlich gute und scharfe Bilder zu machen.

Im Nachhinein stören mich die Falten im Apfel ein wenig, da es aussieht als säßen die Ameisen auf einer Nacktkatze oder jemandem mit sehr ledriger Haut… aber hey, dann weiß ich schon was ich beim nächsten Mal besser machen kann! 🙂

Pusteblume

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Vor kurzem habe ich die kleinen Dinge für mich entdeckt und mir ein Makro-Objektiv gekauft um sie auch fotografieren zu können. Nachdem schon zahlreich Blätter im Treptower Park als Model herhalten mussten und meine Zimmerpflanzen auch keine Lust mehr hatten ständig fotografiert zu werden, bin ich nach Beelitz gefahren um auf dem Hof meiner Eltern neue Opfer zu finden. Da ich schon als Kind ein großer Fan von Pusteblumen war, freute ich mich natürlich, dass der ganze Hof voll damit war. Mein neues Objektiv und ich machten uns also bereit und versuchten die kleinen Details der erstaunlich interessanten Pusteblume einzufangen. Leider machte mir der Wind ab und zu einen Strich durch die Rechnung, indem er mein Blümchen einfach weg pustete und nur noch nackten Stiel stehen ließ, aber es gab ja noch genug andere.

Um die Strukturen besser hervorzuheben (und dramatischer zu wirken), habe ich die fertigen Bilder in schwarz-weiß konvertiert.